
Wie viel Haarausfall unter der Dusche ist normal?
Die meisten Menschen verlieren etwa 50–100 Haare pro Tag, und unter der Dusche fallen diese losen Haare schließlich aus. An Waschtagen kann es bei langem oder dickem Haar mehr erscheinen, weil die Strähnen besser sichtbar sind. Wenn du Haarbüschel verlierst, neue Ausdünnungen bemerkst oder deine Kopfhaut juckt, wund ist oder schuppig ist, solltest du das überprüfen lassen.

Warum du unter der Dusche mehr Haare siehst
Haare fallen nicht alle auf einmal aus. Sie folgen einem Wachstumszyklus: einer langen Wachstumsphase, einer kurzen Übergangsphase und einer Ruhephase, die mit dem Ausfall endet. Wenn ein Haar bereit ist auszufallen, bleibt es oft „hängen“ bis du es beim Waschen, Pflegen oder Entwirren entfernst.
Warmes Wasser, Shampoo und Fingerkämmen lösen Haare, die ohnehin bald ausgefallen wären. Deshalb kann der Haarausfall unter der Dusche dramatisch wirken, auch wenn er eigentlich ganz normal ist.

Was als normaler Haarausfall gilt
Für die meisten gesunden Erwachsenen gilt ein Verlust von 50–100 Haaren pro Tag als normal. An Waschtagen kann es mehr erscheinen, weil beim Waschen Haare gelöst werden, die sonst im Laufe des Tages ausgefallen wären.

Typische Zahlen für Haarausfall
- Täglicher Durchschnitt: etwa 50–100 Haare.
- An Waschtagen: oft mehr, besonders bei langem, dickem oder lockigem Haar.
- Bei seltenerem Waschen: Haarausfall kann sich „ansammeln“, sodass bei einer Wäsche mehr Haare ausgehen als üblich.
Ein hilfreicher Vergleich: Die durchschnittliche Kopfhaut hat etwa 100.000 Haare – selbst 100 ausgefallene Haare am Tag sind also nur ein kleiner Anteil.
Haarausfall vs. Haarbruch
Haarausfall ist ein normaler Prozess, bei dem das Haar aus der Wurzel fällt. Haarbruch passiert entlang des Haarschafts und weist auf Schäden oder mechanische Belastung hin. Zu wissen, womit man es zu tun hat, bestimmt das weitere Vorgehen.

So erkennst du den Unterschied
- Haarausfall: ganze Haare, oft mit einem kleinen weißen Punkt an einem Ende.
- Haarbruch: kürzere Haarstücke, Frizz, Spliss oder ungleichmäßige Haarspitzen.
- Beides kann gleichzeitig auftreten – besonders bei trockenem Haar, Hitze-Styling oder chemischer Behandlung.
Wie du Haarausfall unter der Dusche weniger erschreckend machst
Du kannst und solltest normalen Haarausfall nicht stoppen, aber du kannst Haarbruch und Verknotungen reduzieren, damit weniger Haare ausgerissen werden. Diese Gewohnheiten helfen auch, den Überblick zu behalten.
Vor dem Duschen entwirren
Kämme oder bürste trockenes Haar sanft durch, um lose Haare zu entfernen und Knoten im nassen Zustand zu vermeiden.
Lauwarmes Wasser verwenden
Sehr heißes Wasser kann das Haar trocken und rau machen. Lauwarmes Wasser ist sanfter zur Kopfhaut und Haarstruktur.
Ein mildes Shampoo wählen
Fühlt sich deine Kopfhaut nach dem Waschen gespannt oder juckend an, probiere ein sanfteres Shampoo und konzentriere dich dabei auf die Kopfhaut, nicht auf die Längen.
Längen pflegen
Conditioner reduziert Reibung. Trage ihn von der Mitte bis zu den Spitzen auf und entwirre das Haar mit einem grobzinkigen Kamm, während der Conditioner einwirkt.
Vorsicht bei nassem Haar
Nasses Haar dehnt sich stärker und reißt leichter. Vermeide kräftiges Abtrocknen mit dem Handtuch und verzichte auf enge Zöpfe oder Dutts, solange das Haar noch feucht ist.
Hitzestyling einschränken
Häufiges Föhnen oder Glätten kann Haarbruch begünstigen. Wenn du Hitze verwendest, reduziere die Wiederholungen und nutze einen Hitzeschutz.
Auf spannende Frisuren achten
Enge Dutts, Zöpfe und Pferdeschwänze können auf Dauer die Haarlinie belasten. Wechsle Frisuren regelmäßig und halte die Spannung gering.

Wann Haarausfall näher untersucht werden sollte
Vorübergehender starker Haarausfall nach Stress, Krankheit, Geburt oder Gewichtsveränderung ist möglich. Ein Beispiel ist Telogenes Effluvium, bei dem mehr Haare als üblich in die Ruhephase übergehen. Das bessert sich oft, wenn der Auslöser behoben ist, kann sich aber plötzlich und stark anfühlen.
Anzeichen, wann du eine Fachperson aufsuchen solltest
- Du verlierst Haarbüschel oder bemerkst kahle Stellen.
- Dein Scheitel wirkt breiter, dein Zopf dünner oder der Haaransatz zieht sich zurück.
- Deine Kopfhaut brennt, schmerzt oder zeigt starke Schuppen, Verkrustungen oder Wunden.
- Der Haarausfall bleibt über mehr als 8–12 Wochen hoch ohne erkennbaren Grund.
- Du hast kürzlich ein neues Medikament eingenommen oder ein gesundheitliches Ereignis erlebt und der Zeitpunkt passt.
Eine Hausärztin, ein Hausarzt oder eine Dermatologin kann häufige Ursachen wie Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, entzündliche Kopfhauterkrankungen oder erblichen Haarausfall abklären. Monatliche Fotos bei gleicher Beleuchtung helfen dir, Veränderungen besser zu verfolgen als tägliche Duschabflusssichtungen.
Häufig gestellte Fragen
Ist es normal, bei jedem Duschen Haare zu verlieren?
Ja. Beim Duschen sammeln sich die Haare, die du über den Tag verloren hättest. Wenn du ein paar Tage nicht gewaschen hast, sieht die nächste Dusche nach „mehr“ aus – es handelt sich aber nur um angesammelten normalen Haarausfall.
Sind 200 Haare in der Dusche zu viel?
Das hängt von deinem Haartyp und deiner Waschroutine ab. Menschen mit langem, dickem oder lockigem Haar bemerken oft größere Haarmengen, und wer seltener wäscht, sieht bei der Wäsche mehr ausgefallene Haare auf einmal. Wenn 200 Haare täglich ausfallen oder du zusätzlich Ausdünnungen feststellst, solltest du das untersuchen lassen.
Warum scheint der Haarausfall bei der Verwendung von Conditioner schlimmer?
Conditioner macht das Haar glatt, sodass lose Haare leichter herausrutschen, anstatt im restlichen Haar hängen zu bleiben. Das kann beunruhigend aussehen, bedeutet aber meist, dass das Produkt die Reibung reduziert – nicht, dass es Haarausfall verursacht.
Reduziert Bürsten vor dem Waschen den Haarausfall?
Es ändert nicht, wie viele Haare deine Kopfhaut insgesamt verliert, aber es entfernt lose Haare vor dem Duschen. So landet weniger Haar an der Wand und es gibt weniger Knoten beim Waschen.
Können heiße Duschen Haarausfall verursachen?
Heißes Wasser wirkt sich eher auf Haargefühl und Haarbruch aus als auf echten Haarausfall. Wenn sich dein Haar rau anfühlt oder deine Kopfhaut gereizt ist, kann ein Wechsel zu lauwarmem Wasser eine einfache und effektive Lösung sein.