Ursachen von Haarausfall

Ursachen von Haarausfall

Haarausfall (Alopezie) ist eine häufige Erscheinung, die von Genetik, Hormonen, Ernährung, Gesundheitszustand und Lebensstilfaktoren beeinflusst wird.
Während tägliches Haarausfallen normal ist, kann anhaltender oder übermäßiger Haarausfall auf ein zugrunde liegendes Problem hindeuten, das eine medizinische Abklärung erfordert.

Was ist Haarausfall?

Haarausfall tritt auf, wenn das natürliche Gleichgewicht zwischen Haarwachstum und Haarausfall gestört ist. Eine gesunde Kopfhaut verliert typischerweise 50 bis 100 Haare pro Tag im Rahmen des normalen Haarzyklus.

Vorübergehender Haarausfall kann nach Stress, Krankheit oder chemischer Belastung auftreten und sich innerhalb weniger Monate wieder normalisieren. Plötzlicher, langanhaltender oder sichtbar dünner werdender Haarausfall sollte professionell beurteilt werden.

Ursachen von Haarausfall

Typische Anzeichen sind: allmähliches Ausdünnen am Scheitel, kreisrunde kahle Stellen, Juckreiz und Schmerzen der Kopfhaut, Haare, die sich leicht lösen, Rückgang des Haaransatzes – besonders bei Frauen (frontal fibrosierende Alopezie), Chemotherapie und behandlungsbedingte Zustände. Abschuppung der Kopfhaut kann ein Zeichen von Ringelflechte (Tinea capitis) sein. Haarausfall bei Kindern kann durch schlechte Ernährung verursacht werden. Anämie, Eisenmangel, B12‑Mangel, Lupus‑Erkrankung, Ringelflechte und Haarziehstörungen gehören zu den Ursachen bei Kindern.

Häufige Ursachen von Haarausfall

Haarausfall hat selten nur eine Ursache. In vielen Fällen wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.

Altersbedingter Haarausfall

Mit zunehmendem Alter werden Haarfollikel allmählich weniger aktiv. Das Haarwachstum verlangsamt sich, die Haare werden feiner und die Haardichte nimmt ab.

Auch die reduzierte Produktion von Kopfhautöl und Feuchtigkeit trägt im Laufe der Zeit zu Trockenheit, Brüchigkeit und verstärktem Haarbruch bei.

Genetische Veranlagung

Genetik ist die häufigste Ursache für langfristigen Haarausfall. Dieser Zustand ist als androgenetische Alopezie bekannt.

Beim Mann zeigt sich dies typischerweise durch zurückweichende Schläfen und Ausdünnung am Hinterkopf. Bei Frauen äußert es sich meist als diffuser Haarausfall am Scheitel, während der vordere Haaransatz erhalten bleibt.

Hormonelle Veränderungen und innere Bedingungen

Hormonelle Schwankungen spielen eine große Rolle für die Haargesundheit. Bedingungen, die Haarausfall auslösen können, sind unter anderem:

Schilddrüsenerkrankungen
Schwangerschaft und Veränderungen nach der Geburt
Wechseljahre
Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

Wenn das hormonelle Gleichgewicht wiederhergestellt ist, ist oft ein Nachwachsen des Haares möglich, sofern die Haarfollikel nicht beschädigt wurden.

Ernährungsdefizite und Ernährung

Haarfollikel benötigen Protein, Eisen, Zink und essentielle Vitamine, um richtig zu funktionieren. Diäten mit zu wenig Protein oder extrem kalorienreduzierte Diäten können Haarausfall auslösen.

Ein Mangel an Eisen, Vitamin B12, Biotin, Zink oder Vitamin D kann das Haarwachstum schwächen. Nahrungsergänzungsmittel sollten nur nach bestätigtem Mangel und ärztlicher Anleitung eingenommen werden.

Ursachen von Haarausfall

Haut‑ und Kopfhautzustände

Kopfhauterkrankungen wirken sich direkt auf die Haarfollikel aus. Zustände wie Psoriasis, Ekzeme, seborrhoische Dermatitis und Pilzinfektionen können Haarausfall verursachen.

Haarausfall, der mit diesen Erkrankungen zusammenhängt, bessert sich oft, sobald das zugrunde liegende Hautproblem behandelt wird.

Infektionen

Bakterielle oder pilzbedingte Infektionen der Kopfhaut können zu lokalem Haarausfall, Rötungen, Schuppenbildung oder Eiter führen. Diese Infektionen sind ansteckend und bei Kindern häufiger.

Schnelle Behandlung verringert das Risiko von Narbenbildung und dauerhaftem Haarausfall.

Medikamente und medizinische Behandlungen

Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Haarausfall verursachen. Dazu gehören Behandlungen für:

Bluthochdruck
Cholesterin
Akne
Gicht
Krebs (Chemotherapie)

Medikamentenbedingter Haarausfall ist oft vorübergehend, aber ärztlicher Rat ist wichtig, bevor eine Behandlung geändert wird.

Psychologische Ursachen und stressbedingter Haarausfall

Starker emotionaler oder körperlicher Stress kann viele Haarfollikel gleichzeitig in die Ruhephase schicken – ein Zustand, der als telogenes Effluvium bekannt ist.

Der Haarausfall beginnt meist Wochen nach dem belastenden Ereignis und verbessert sich, sobald sich der Stress normalisiert.

Haarausfall bei Kindern

Haarausfall bei Kindern ist nicht normal und sollte immer untersucht werden. Mögliche Ursachen sind:

Alopecia areata
Ernährungsdefizite
Pilzinfektionen
Haarziehstörungen

Frühe Diagnose verbessert die Ergebnisse und verhindert Fortschreiten.

Traumatisches Styling und äußere Schäden

Übermäßiges Styling mit Hitze, chemische Behandlungen und sehr straffe Frisuren können Haarschaft und Follikel schädigen.

Wiederholte Zugbelastung oder chemische Schädigung kann zu Zugalopezie führen. Wenn dies über längere Zeit geschieht, kann dieser Haarausfall dauerhaft werden.

Wann wird Haarausfall dauerhaft?

Haarausfall wird dauerhaft, wenn Follikel zerstört oder vernarbt sind. Dies kann bei langanhaltendem genetischem Haarausfall, unbehandelten Entzündungszuständen oder wiederholtem mechanischem Trauma auftreten.

Frühe Intervention erhöht die Wahrscheinlichkeit, die Funktionsfähigkeit der Follikel zu erhalten.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es wird eine medizinische Untersuchung empfohlen, wenn der Haarausfall:

Länger als zwei bis drei Monate anhält
Plötzlich auftritt oder sich schnell verschlechtert
Mit Schmerzen, Rötung oder Juckreiz der Kopfhaut einhergeht
Sichtbares Ausdünnen oder kahle Stellen verursacht

Eine genaue Diagnose ist für eine effektive Behandlung entscheidend.

Häufig gestellte Fragen

In welchem Alter beginnt Haarausfall?

Genetischer Haarausfall kann bereits in der Pubertät beginnen, aber der Beginn variiert stark je nach individuellen Faktoren.

Kann schlechte Ernährung Haarausfall verursachen?

Ja. Eine unzureichende Aufnahme essentieller Nährstoffe kann Follikel schwächen und Haarausfall auslösen.

Ist genetischer Haarausfall reversibel?

Genetischer Haarausfall ist progressiv, aber eine frühe Behandlung kann das Fortschreiten verlangsamen.

Stoppen Vitamine Haarausfall?

Vitamine helfen nur bei nachgewiesenem Mangel. Sie verhindern genetischen Haarausfall nicht von allein.

Kann Hitzestyling das Haar dauerhaft schädigen?

Ja. Chronische Hitze‑ und Chemikalieneinwirkung kann die Follikel schädigen und langfristigen Haarausfall verursachen.