Was passiert während der Telogenphase des Haarwachstumszyklus?
Der Haarwachstumszyklus ist ein komplexer Prozess, der aus drei Hauptphasen besteht: Anagen (Wachstum), Katagen (Übergang) und Telogen (Ruhephase). Jedes Haar auf Ihrer Kopfhaut befindet sich zu jedem Zeitpunkt in einer anderen Phase dieses Zyklus. Die Telogenphase, oft auch als „Ruhephase” bezeichnet, spielt eine entscheidende Rolle beim natürlichen Haarausfall und der Haarerneuerung. Aber was passiert in dieser Phase wirklich und wie wirkt sie sich auf die Gesundheit der Haare und den Haarausfall aus?
Was ist die Telogenphase?
Die Telogenphase ist die dritte und letzte Phase des Haarwachstumszyklus. Sie dauert in der Regel zwischen 2 und 4 Monaten, während derer der Haarfollikel inaktiv bleibt. Zu diesem Zeitpunkt wächst das Haar nicht mehr, sondern verbleibt im Follikel und bereitet sich darauf vor, auf natürliche Weise auszufallen und durch ein neues Haar ersetzt zu werden, das in die Anagenphase eintritt.
Im Durchschnitt befinden sich zu jedem Zeitpunkt 10 bis 15 % der Haare auf Ihrer Kopfhaut in der Telogenphase. Dies ist völlig normal und Teil des natürlichen Haarerneuerungsprozesses des Körpers.

Was führt dazu, dass Haare in die Telogenphase eintreten?
Das Haar kann aufgrund natürlicher und äußerer Faktoren in die Telogenphase eintreten. Normales Altern, hormonelle Veränderungen und saisonaler Haarausfall sind typische Auslöser. Bestimmte Erkrankungen oder Lebensgewohnheiten können jedoch dazu führen, dass eine große Anzahl von Haaren vorzeitig in diese Ruhephase eintritt, ein Zustand, der als Telogen-Effluvium bezeichnet wird.
Häufige Auslöser sind:
Körperlicher oder emotionaler Stress
Operationen oder Krankheiten
Hormonelle Veränderungen nach der Schwangerschaft
Crash-Diäten oder schlechte Ernährung
Medikamente (z. B. Antidepressiva, Blutdruckmedikamente)
Wenn zu viele Haare gleichzeitig in die Telogenphase übergehen, kann es 2–3 Monate nach dem auslösenden Ereignis zu einem merklichen Haarausfall kommen.
Wie können Sie feststellen, ob Sie sich in der Telogenphase befinden?
Die Telogenphase ist körperlich nicht spürbar, aber Sie bemerken möglicherweise einen stärkeren Haarausfall als gewöhnlich – insbesondere beim Bürsten oder Waschen Ihrer Haare. Dies gilt als normal, sofern der Haarausfall nicht übermäßig stark ist oder über einen längeren Zeitraum anhält.
Anzeichen für eine erhöhte Telogenaktivität sind unter anderem:
Haarausfall bei leichtem Ziehen
Haarsträhnen mit weißen Haarwurzeln (was auf einen vollständigen Haarzyklus hinweist)
Diffuse Ausdünnung der Kopfhaut statt kahlen Stellen
Wenn diese Symptome länger als 3–4 Monate anhalten, sollten Sie einen Dermatologen oder Trichologen konsultieren.

Kann man Telogen-Haarausfall verhindern oder behandeln?
Während die Telogenphase an sich natürlich und unvermeidbar ist, lässt sich übermäßiger Haarausfall in der Telogenphase (Telogen Effluvium) oft durch die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache in den Griff bekommen.
Wirksame Strategien sind unter anderem:
Stressbewältigungstechniken wie Meditation oder Yoga
Eine nährstoffreiche Ernährung mit Vitaminen wie B-Komplex, Eisen und Zink
Vermeidung aggressiver chemischer Behandlungen und übermäßiger Hitze beim Styling
Sanfte Haarpflege mit sulfatfreien Shampoos
Medizinische Behandlungen wie Minoxidil, wenn der Haarausfall anhält
In den meisten Fällen beginnt das Haar innerhalb weniger Monate wieder nachzuwachsen, wenn die Follikel wieder in die Anagenphase eintreten.
Wann sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen?
Wenn Ihr Haarausfall plötzlich und stark auftritt oder von anderen Symptomen wie Kopfhautirritationen oder Müdigkeit begleitet wird, sollten Sie sich am besten von einem Facharzt untersuchen lassen. Labortests können Nährstoffmängel, Schilddrüsenerkrankungen oder Hormonstörungen aufdecken, die zum Haarausfall beitragen.