Was hilft gegen Spliss?
Spliss entsteht, wenn die schützende Schuppenschicht des Haars abgenutzt ist und die Haarspitze sich aufspaltet. Kein Produkt kann einen Spliss dauerhaft „versiegeln“ – nur das Schneiden entfernt den Schaden. Mit Conditioner, Leave-ins, Ölen und Hitzeschutz kann man die Spitzen jedoch glatter erscheinen lassen und neue Splissbildung durch sanfteres Waschen, vorsichtiges Entwirren und Styling mit niedriger Hitze vorbeugen.

Was ist Spliss?
Spliss (auch Trichoptilose genannt) tritt auf, wenn sich die Haarspitze in zwei oder mehr Teile spaltet. Die Schuppenschicht – der äußere „Schutzschild“ des Haares – wird durch Reibung, Hitze und chemische Belastung abgetragen. Ist der innere Cortex freigelegt, wird die Spitze geschwächt und beginnt zu fransen.
Man bemerkt eventuell raue, trockene Spitzen, fliegende Härchen, Knoten, die direkt nach dem Bürsten wieder auftauchen, oder kleine weiße Punkte an den Enden, wo der Bruch beginnt.
Tägliche Gewohnheiten, die die Schuppenschicht aufrauen
- Kräftiges Abrubbeln mit dem Handtuch oder Reiben von nassem Haar.
- Bürsten oder Kämmen von den Wurzeln abwärts ohne vorheriges Entwirren der Spitzen.
- Enge Frisuren, die täglich an denselben Stellen ziehen (hohe Pferdeschwänze, straffe Duttfrisuren).
- Schlafen auf rauen Kissenbezügen oder mit nassem Haar ins Bett gehen.
Hitze- und Chemikalienstress
- Häufiges Föhnen, Glätten oder Locken – besonders bei hohen Temperaturen.
- Hitzestyling ohne Hitzeschutz.
- Bleichen, häufiges Färben, Dauerwellen, Relaxer und Keratinbehandlungen, die zu oft oder auf bereits geschädigtem Haar angewendet werden.
Umwelteinflüsse
- Sonneneinstrahlung und trockenes, windiges Wetter, das das Haar austrocknet.
- Chlor- und Salzwasser, die dem Haar Feuchtigkeit entziehen und es aufrauen.
- Kalkhaltiges Wasser, das das Haar beschichtet und weniger flexibel macht.

Ernährung und Kopfhautgesundheit
Haar besteht größtenteils aus Protein, daher kann chronische Unterernährung oder eine proteinarme Ernährung langfristig die Haarstärke beeinträchtigen. Eisen, Zink, Vitamin D und bestimmte B-Vitamine sind ebenfalls mit normalem Haarwachstum und -struktur verbunden. Bei plötzlichem Haarausfall, fleckenhaftem Verlust oder Müdigkeit neben Haarveränderungen sollte man Laborwerte mit einer Fachperson besprechen.

Was hilft gegen Spliss?
Die ehrliche Antwort besteht aus zwei Teilen: Man kann das Erscheinungsbild von Spliss verbessern und die Bildung neuer Splissstellen verlangsamen. Ist das Haar bereits gespalten, sollte man es glätten, schützen und weiteres Einreißen verhindern – bis zum nächsten Schnitt.
Conditioner bei jeder Wäsche zuerst
Ein ausspülbarer Conditioner macht das Haar geschmeidiger, wodurch sich Knoten und Haarbruch beim Entwirren reduzieren lassen. Conditioner ab der Mitte bis zu den Spitzen auftragen, nicht auf die Kopfhaut. Fühlt sich das Haar beschwert oder schlapp an, gelegentlich ein klärendes Shampoo verwenden und anschließend gut pflegen.
Leave-in-Conditioner für Gleitfähigkeit und Schutz
Leave-ins sind besonders für Haarspitzen nützlich, da sie Feuchtigkeit spenden und Reibung verringern. Achten Sie auf Inhaltsstoffe, die das Haargefühl und die Flexibilität verbessern, wie Fettalkohole (Cetyl/Stearyl), Glycerin, Panthenol und leichte Silikone. Auf das feuchte Haar auftragen und vorsichtig entwirren.
Öle und Seren für ein glatteres Finish
Öle reparieren Spliss nicht, lassen die Spitzen aber glänzender erscheinen und verringern den Feuchtigkeitsverlust. Einige Tropfen reichen – zu viel kann das Haar beschweren oder Schmutz anziehen.
- Arganöl: gut für Geschmeidigkeit und Glanz.
- Jojobaöl: ähnelt dem natürlichen Talg der Kopfhaut und ist oft leicht.
- Kokosöl: kann den Proteinverlust bei manchen Haartypen verringern, fühlt sich bei anderen aber schwer oder steif an.
Bei sehr rauen Spitzen ist ein silikonbasiertes Serum oft wirksamer als reines Öl für sofortige Glättung – besonders bei Feuchtigkeit oder Wind.
Proteinbehandlungen (sparsam anwenden)
Wenn das Haar sich im nassen Zustand dehnbar oder matschig anfühlt, kann eine milde Proteinbehandlung helfen, es stärker wirken zu lassen. Fühlt sich das Haar jedoch steif oder strohig an, kann Protein es verschlimmern. Beginnen Sie mit seltener Anwendung (alle paar Wochen) und kombinieren Sie es mit feuchtigkeitsspendenden Masken.
Wirkungsvoller Hitzeschutz
Bei Hitzestyling ist ein Hitzeschutz unerlässlich. Wählen Sie ein Produkt, das für Ihre Stylingmethode geeignet ist (Föhnen, Glätteisen, Lockenstab) und tragen Sie es gleichmäßig auf. Halten Sie die Geräte in Bewegung, vermeiden Sie mehrfaches Überfahren derselben Stelle und verwenden Sie die niedrigste effektive Temperatur.
Wie entfernt man Spliss?
Es gibt nur zwei verlässliche Methoden, Spliss loszuwerden: abschneiden oder ihn von selbst abbrechen lassen. Schneiden ist die gesündere Wahl, da Brüche oft nach oben wandern und die Spitzen dünner und ungleichmäßig machen.
Die beste Lösung: ein Schnitt
Ein kleiner Schnitt alle 8–12 Wochen funktioniert für viele gut – der ideale Rhythmus hängt jedoch von Haarstruktur, Stylinggewohnheiten und Zielen ab. Wenn Sie Ihr Haar wachsen lassen, bitten Sie um ein „Dusting“ oder Mikro-Trimming, um gespaltene Spitzen zu entfernen, ohne die Länge spürbar zu verkürzen.
Selbstgemachte Suche-und-Schneid-Methode (optional)
Manche schneiden einzelne gespaltene Spitzen, indem sie kleine Strähnen eindrehen und die abstehenden Enden abschneiden. Verwenden Sie dafür ausschließlich scharfe Haarscheren. Diese Methode kann zwischen Friseurbesuchen helfen, ersetzt aber keinen professionellen Schnitt bei weit verbreitetem Schaden.
Eine nachhaltige Spliss-Präventionsroutine
Sanft waschen, dann richtig entwirren
- Nur die Kopfhaut shampoonieren; den Schaum durch die Längen spülen, nicht schrubben.
- Wasser mit einem Mikrofaserhandtuch oder einem weichen T-Shirt ausdrücken statt rubbeln.
- Mit Conditioner im Haar entwirren und an den Spitzen beginnen, dann nach oben arbeiten.
Reibung dort reduzieren, wo sie sich summiert
- Auf einen Kissenbezug aus Seide oder Satin umsteigen oder eine Satinhaube tragen.
- Haargummis ohne Metall verwenden und die Position der Frisur variieren.
- Nicht bürsten, wenn das Haar triefend nass ist – außer mit grobzinkigem Kamm und reichlich Pflege.
Hitze und Farbe gezielt einsetzen
- Vor dem Föhnen teilweise an der Luft trocknen lassen, um Hitzebelastung zu reduzieren.
- Heißgeräte möglichst nur zu besonderen Anlässen verwenden.
- Bei Blondierungen oder Färbungen Zeit zwischen den Behandlungen lassen und auf aufbauende Pflegeprodukte achten – am besten in Absprache mit dem Profi.
Wann sollte man eine Fachperson aufsuchen?
Wenn Ihre Spitzen trotz sanfter Pflege schnell wieder splissen, kann ein*e Friseur*in feststellen, ob eine Überbehandlung, Werkzeugschaden oder ein Schnittproblem vorliegt. Bei begleitenden Kopfhautproblemen (Juckreiz, Rötung, Schuppen) oder plötzlichem Haarausfall kann eine Dermatologin oder ein Dermatologe helfen, Kopfhauterkrankungen und Nährstoffmängel auszuschließen.
FAQ
Lässt sich Spliss ohne Schneiden reparieren?
Nicht dauerhaft. Produkte können das Haar glätten und weiteres Einreißen verhindern, aber der Spliss bleibt bestehen, bis er abgeschnitten wird.
Verhindert Spliss das Haarwachstum?
Das Haar wächst weiterhin aus der Kopfhaut, aber Spliss kann sich entlang des Haares nach oben ausbreiten und zu Haarbruch führen. Dadurch wirkt es, als würde das Haar nicht wachsen, weil die Länge an den Spitzen verloren geht.
Wie schnell wächst Haar?
Viele Menschen haben ein durchschnittliches Wachstum von etwa 1 Zentimeter pro Monat – abhängig von Genetik, Alter, Gesundheit und Jahreszeit. Wenn man die Spitzen schützt, bleibt mehr Länge erhalten.
Welche Vitamine sind gut für die Haargesundheit?
Ausreichend Protein, Eisen, Zink, Vitamin D und bestimmte B-Vitamine unterstützen die normale Haarfunktion. Nahrungsergänzungsmittel sind am sinnvollsten bei nachgewiesenem Mangel – es ist ratsam, vor hochdosierter Einnahme ärztlichen Rat einzuholen.