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Vitamine und Mineralstoffe gegen Haarausfall

Haarausfall lässt sich selten mit einem einzigen Nahrungsergänzungsmittel beheben. Vitamine und Mineralstoffe können helfen, wenn ein echter Mangel vorliegt – am häufigsten Eisen (niedriges Ferritin), Vitamin D oder Zink – aber unnötige Hochdosis-Präparate können den Haarausfall verschlimmern. Am sichersten ist es, Mängel durch Bluttests zu bestätigen, sich auf eine ausgewogene Ernährung zu konzentrieren und gezielte Nahrungsergänzungsmittel nur auf ärztlichen Rat hin einzunehmen.

Warum Ernährung für das Haarwachstum wichtig ist

Haarfollikel gehören zu den stoffwechselaktivsten Geweben des Körpers. Wenn der Körper unter Stress steht – durch Krankheit, starke Gewichtsveränderungen, restriktive Diäten oder niedrige Nährstoffspeicher – kann das Haar in eine Ausfallphase übergehen (oft erst 2–3 Monate später bemerkbar).

Eine gute Ernährung unterstützt die Kopfhaut und den Haarwachstumszyklus, aber Nahrungsergänzungsmittel sind kein Wundermittel. Wenn der Bedarf bereits über die Ernährung gedeckt ist, bringen zusätzliche Vitamine selten Vorteile und können sogar kontraproduktiv sein.

Vitamine, Mineralstoffe und Haarausfall: Gibt es einen Zusammenhang?

Häufige Ursachen für Haarausfall

Haarausfall (Alopezie) kann viele Auslöser haben. Die Ursache ist entscheidend, da sich die richtige Behandlung je nach Typ unterscheidet.

  • Genetik (androgenetische Alopezie)
  • Hormonelle Veränderungen (Wochenbett, Schilddrüsenerkrankungen, Wechseljahre, polyzystisches Ovarialsyndrom)
  • Entzündliche oder autoimmune Erkrankungen (z. B. Alopecia areata)
  • Kopfhauterkrankungen (seborrhoische Dermatitis, Psoriasis, Pilzinfektionen)
  • Medikamente und medizinische Behandlungen (einschließlich einiger Akne-Mittel, Blutverdünner und Chemotherapie)
  • Starker Stress, kürzlicher Fieber, Operation oder schwere Krankheit
  • Schneller Gewichtsverlust, restriktive Diäten oder geringe Proteinzufuhr
  • Vitamin- und Mineralstoffmängel

Da Haarausfall oft mehrere gleichzeitige Auslöser hat, lohnt sich ein umfassender Blick auf die gesamte Situation – Krankengeschichte, Medikamente, Ernährung und das Muster des Haarausfalls – statt sich nur auf Nahrungsergänzungsmittel zu verlassen.

Vitamine, Mineralstoffe und Haarausfall: Gibt es einen Zusammenhang?

Nährstoffmängel, die häufig mit Haarausfall verbunden sind

Wenn Mängel zum Haarausfall beitragen, ist der Verlust meist diffus (gleichmäßig verteilt) und nicht fleckenweise. Ein Arzt kann häufige Ursachen gezielt per Bluttest überprüfen und anschließend ernährungsbasierte Maßnahmen oder kurzfristige Ergänzungen empfehlen.

In der Praxis werden vor allem niedrige Eisenspeicher (Ferritin), Vitamin D und Zink diskutiert. Ein Biotinmangel ist bei ansonsten gesunden Erwachsenen selten, und für viele andere Nährstoffe gibt es nur begrenzte Beweise – es sei denn, es liegt ein generelles Ernährungsproblem vor.

Vitamine, Mineralstoffe und Haarausfall: Gibt es einen Zusammenhang?

Vitamine und Mineralstoffe, die oft im Zusammenhang mit Haaren genannt werden

Vitamin D

Vitamin D spielt eine Rolle im Haarfollikelzyklus und bei der Immunregulation. Wenn ein Bluttest niedrige Werte zeigt, kann eine Supplementierung zur Normalisierung bei einigen Menschen das Nachwachsen fördern.

Lebensmittelquellen sind fetter Fisch, Eier und angereicherte Produkte. Auch Sonnenlicht trägt bei, aber der Bedarf variiert je nach Hauttyp, Jahreszeit und Standort.

Eisen (und Ferritin)

Eisen transportiert Sauerstoff zu Geweben, auch zu den Haarfollikeln. Niedrige Eisenspeicher (Ferritin) gelten als bekannte Ursache für verstärkten Haarausfall, insbesondere bei menstruierenden Personen.

Eisenpräparate sollten nur bei bestätigtem Mangel eingenommen werden, da zu viel Eisen schädlich sein kann. Ihr Arzt kann die richtige Dosis und Einnahmedauer empfehlen.

Vitamin C

Vitamin C unterstützt die Kollagenbildung und hilft, Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln aufzunehmen. Es kann bei Eisenmangel unterstützend wirken.

Gute Quellen sind Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika, Brokkoli und Tomaten.

Zink

Zink ist wichtig für die Proteinsynthese und eine normale Follikelfunktion. Ein Zinkmangel kann Haarausfall begünstigen, doch hohe Dosen können Übelkeit verursachen und langfristig den Kupferspiegel senken.

Eine Ergänzung sollte daher nur kurzfristig und unter Kontrolle erfolgen, nicht dauerhaft.

B-Vitamine (B12, Folat, Riboflavin, Niacin, Biotin)

B-Vitamine unterstützen den Energiestoffwechsel und die Bildung roter Blutkörperchen. Ein Mangel an B12 oder Folat kann zu Blutarmut führen, wodurch Haare schwächer werden und vermehrt ausfallen können.

Biotin wird stark für Haare beworben, ein echter Biotinmangel ist jedoch selten. Hochdosiertes Biotin kann Laborwerte verfälschen – daher immer vor Blutuntersuchungen mitteilen, falls es eingenommen wird (besonders bei Schilddrüsen- oder Herzuntersuchungen).

Vitamin A

Vitamin A unterstützt das Zellwachstum und die Talgproduktion, wodurch die Kopfhaut nicht austrocknet. Die meisten Menschen decken ihren Bedarf über die Nahrung.

Da es fettlöslich ist, kann ein Überschuss – etwa durch Akne-Medikamente oder hochdosierte Präparate – Haarausfall auslösen. Vermeiden Sie die gleichzeitige Einnahme mehrerer Präparate mit Vitamin A ohne ärztlichen Rat.

Vitamin E

Vitamin E ist ein Antioxidans, das in Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen vorkommt. Es ist wichtig für die Gesundheit, aber der Nutzen hochdosierter Vitamin-E-Präparate für das Haarwachstum ist begrenzt.

Sehr hohe Dosen können Nebenwirkungen verursachen und mit blutverdünnenden Medikamenten interagieren – hier gilt nicht: Viel hilft viel.

Selen

Selen unterstützt den Schilddrüsenhormonstoffwechsel und antioxidative Schutzmechanismen. Ein schwerer Mangel ist in vielen Ernährungsformen selten, ein Zuviel kann jedoch brüchige Haare und Nägel sowie verstärkten Haarausfall verursachen.

Achten Sie bei der Einnahme von Multivitaminen auf den Selengehalt und vermeiden Sie eine Kombination mehrerer Produkte, die zusammen zu hohe Tageswerte ergeben.

Wann Nahrungsergänzungsmittel Haarausfall verschlimmern können

Mehr ist nicht immer besser. Es gibt Berichte über Haarausfall bei übermäßiger Zufuhr bestimmter Nährstoffe – insbesondere bei langfristiger Einnahme oder mehreren kombinierten Präparaten.

  • Vitamin A: Hohe Dosen können Haarausfall und weitere Symptome einer Überdosierung auslösen.
  • Selen: Ein Überschuss kann zu Haar- und Nagelveränderungen sowie verstärktem Haarausfall führen.
  • Vitamin E: Sehr hohe Dosen können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen.
  • Zink: Hochdosierte Einnahme kann den Magen reizen und langfristig den Kupferwert senken.
  • Eisen: Eine unnötige Ergänzung kann giftig sein und sollte nicht „vorsorglich“ erfolgen.
  • Biotin: Hohe Dosen können Laborwerte verfälschen – informieren Sie Ihr medizinisches Team vor Blutuntersuchungen.

Praktische Schritte vor Beginn einer Nahrungsergänzung

  1. Muster erkennen: Plötzlicher diffuser Ausfall, fleckiger Verlust oder allmählich breiter werdender Scheitel deuten auf unterschiedliche Ursachen hin.
  2. Jüngste Auslöser prüfen: Krankheit, hohes Fieber, Operation, starker Stress, neue Medikamente oder schneller Gewichtsverlust in den letzten 3–4 Monaten.
  3. Gezielte Bluttests anfragen: Ferritin/Eisenstatus, Vitamin D, Zink, Schilddrüsenfunktion und B12/Folat – wenn angebracht.
  4. Ernährung zuerst: Ausreichend Eiweiß, eisenreiche Lebensmittel, Obst und Gemüse sowie gesunde Fette.
  5. Bei starkem, länger anhaltendem Ausfall (über 3–6 Monate) oder Beschwerden wie Kopfhautschmerzen, Schuppen oder kahlen Stellen: Hautarzt aufsuchen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Vitamine sind am besten gegen Haarausfall?

Die „beste“ Option hängt davon ab, was Ihrem Körper fehlt. Nahrungsergänzungsmittel wirken am besten bei bestätigtem Mangel – am häufigsten Eisen (niedriges Ferritin), Vitamin D oder Zink. Wenn Ihre Werte normal sind, ist es meist wirksamer, sich auf Ernährung, Stressmanagement, Kopfhautpflege und bewährte Therapien zu konzentrieren, statt weitere Präparate einzunehmen.

Sollte ich Biotin gegen Haarausfall nehmen?

Biotin kann bei echtem Mangel hilfreich sein, dieser ist jedoch selten. Wenn Sie es dennoch einnehmen möchten, vermeiden Sie sehr hohe Dosen und informieren Sie Ihr medizinisches Team vor Blutuntersuchungen – Biotin kann Laborwerte verfälschen.

Welche Lebensmittel fördern gesundes Haar?

Achten Sie auf regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten mit Eiweiß (Eier, Fisch, Geflügel, mageres Fleisch, Joghurt, Hülsenfrüchte), eisenreichen Lebensmitteln (rotes Fleisch, Linsen, Spinat), Vitamin-C-Quellen (Zitrusfrüchte, Paprika, Beeren), gesunden Fetten (Olivenöl, Nüsse, Samen, Avocado) und Vollkornprodukten. Diese Ernährung unterstützt Haar- und Allgemeingesundheit – ohne die Risiken hochdosierter Präparate.