Wie sieht der Spenderbereich nach einer Haartransplantation aus?
Nach einer Haartransplantation zeigt der Spenderbereich in der Regel kleine rote Punkte und eine leichte Schwellung in den ersten Tagen. Es können sich kleine Krusten bilden, die sich normalerweise innerhalb von 1–2 Wochen lösen, während die Haut heilt. Die meisten Menschen können den Bereich schnell kaschieren, da das umliegende Haar wächst. Die endgültige Angleichung von Hautton und -struktur kann einige Monate dauern.
Was der Spenderbereich ist
Der Spenderbereich ist der Teil der Kopfhaut (und manchmal des Körpers), von dem Haarfollikel entnommen werden, um in ausgedünnte oder kahle Bereiche transplantiert zu werden. In den meisten Fällen verwenden Chirurgen den Hinterkopf und die Seiten, da diese Haare tendenziell resistenter gegen erblich bedingten Haarausfall sind. Wenn die Kopfhaut nur begrenzte Reserven bietet, können je nach Haartyp und klinischer Eignung auch Bart- oder Brusthaare in Betracht gezogen werden.
Haare werden in natürlich vorkommenden Gruppen, sogenannten follikulären Einheiten, entnommen. Jede Einheit enthält üblicherweise ein bis vier Haare, weshalb Kliniken oft von der Anzahl der „Grafts“ sprechen, die bei einem Eingriff verwendet werden.

Warum der Schutz des Spenderbereichs wichtig ist
Ihr Spenderbereich ist eine begrenzte Ressource. Jeder entnommene Graft verringert die Dichte in dieser Zone, daher muss die Planung heutige Ziele mit zukünftigen Bedürfnissen in Einklang bringen. Das ist besonders wichtig für Menschen mit fortschreitendem Haarausfall, bei denen ein zweiter Eingriff in Betracht gezogen werden kann.
Ein sorgfältiges Entnahmemuster hilft, den Spenderbereich gleichmäßig aussehen zu lassen. Wenn Grafts zu dicht beieinander oder in zu großer Anzahl entnommen werden, kann der Bereich fleckig wirken – besonders bei kurzen Frisuren.

Wie Grafts aus dem Spenderbereich entnommen werden
FUE
Bei der FUE (Follicular Unit Extraction) werden die Follikel einzeln mit einer kleinen Hohlnadel entnommen. Der Spenderbereich wird meist rasiert, damit der Chirurg die Haarwuchsrichtung erkennen und gleichmäßig entnehmen kann. FUE hinterlässt typischerweise winzige Punktnarben, die nach der Heilung kaum sichtbar sind – besonders bei gut geplanter Entnahme.
FUT
Bei der FUT (Follicular Unit Transplantation) wird ein dünner Hautstreifen entnommen und unter dem Mikroskop in Grafts zerlegt. Der Spenderbereich wird dann vernäht, wobei eine lineare Narbe zurückbleibt. FUT kann für manche Patienten eine gute Option sein, erfordert jedoch eine Frisur, die die Narbe abdeckt.

Wie der Spenderbereich nach der Operation aussieht
Tag 1–2
Direkt nach dem Eingriff wirkt der Spenderbereich oft gerötet und punktiert, mit kleinen Entnahmestellen. Eine leichte Schwellung, Spannung oder ein Gefühl wie bei einem Sonnenbrand ist üblich. Je nach Klinik kann für den ersten Tag ein leichter Verband angelegt werden.
Tag 3–7
Die Mikroverletzungen beginnen sich zu schließen, und es können sich kleine Krusten bilden. Juckreiz kann auftreten, während die Haut heilt – besonders wenn sie trocken ist. Sanftes Waschen und Pflegemittel Ihrer Klinik helfen, die Kopfhaut angenehm zu halten.
Tag 7–14
Die meisten Krusten lösen sich in diesem Zeitraum – insbesondere bei täglichem Waschen gemäß Anleitung. Die Rötung verblasst in der Regel allmählich, kann jedoch bei heller oder empfindlicher Haut länger anhalten. Viele Patienten können den Spenderbereich nun leicht verbergen, da das umliegende Haar wächst.
Woche 3–4 und darüber hinaus
Für viele Menschen sieht der Spenderbereich am Ende des ersten Monats fast normal aus. Der Hautton kann sich in den folgenden Monaten weiter angleichen. Wenn Sie FUT hatten, reift auch die Narbenlinie weiter und wird mit der Zeit unauffälliger.
Was ist normal und wann sollte man die Klinik kontaktieren?
Normale kurzfristige Veränderungen sind leichte Schmerzen, Spannung, vorübergehende Taubheit, Juckreiz und kleine Krusten. Es kann auch zu einem vorübergehenden Haarausfall oder einem fleckigen Aussehen kommen, insbesondere wenn Ihr Haar sehr kurz rasiert wurde.
Kontaktieren Sie Ihre Klinik, wenn Sie zunehmende Rötung, Wärme, stärkere Schmerzen, eitrigen Ausfluss, Fieber oder einen sich ausbreitenden Ausschlag entwickeln. Anhaltende Blutungen, plötzliche Schwellung oder ein unangenehmer Geruch aus dem Bereich erfordern ebenfalls sofortige medizinische Beratung.
Wie viele Grafts können aus dem Spenderbereich entnommen werden?
Es gibt keine allgemeingültige sichere Anzahl. Die nutzbare Spenderfläche hängt von Ihrer natürlichen Haardichte, der Haardicke, der Elastizität der Kopfhaut (bei FUT), der Größe der sicheren Spenderzone und eventuellen Voroperationen ab. Ein Chirurg sollte diese Faktoren persönlich beurteilen und die Entnahme so planen, dass der Spenderbereich kosmetisch intakt bleibt.
Im Rahmen eines individuellen Plans kann die Klinik auch besprechen, ob Körperhaare geeignet sind, wenn die Kopfhaut nur begrenzte Ressourcen bietet. Körperhaare verhalten sich anders als Kopfhaare und werden daher meist selektiv verwendet.
Pflegehinweise für den Spenderbereich
Waschen und Krustenpflege
Befolgen Sie den Waschplan Ihrer Klinik genau. Die meisten Protokolle verwenden sanfte Reinigung, um Krusten zu erweichen, damit sie sich natürlich lösen – ohne Kratzen oder Reiben. Zu starkes Reiben kann die Haut reizen und die Rötung verlängern.
Schlaf und Kleidung
In der ersten Woche sollten Sie mit leicht erhöhtem Kopf schlafen, wenn Schwellungen ein Thema sind. Tragen Sie lockere, bequeme Kleidung, die beim Umziehen nicht an der Kopfhaut zieht. Wenn Sie eine Mütze tragen, wählen Sie eine saubere, weiche Variante und tragen Sie sie nur, wenn Ihre Klinik es erlaubt.
Sport, Sonne und Rauchen
Vermeiden Sie anstrengenden Sport und starkes Schwitzen, bis Ihre Klinik grünes Licht gibt – Reibung und Schweiß können die heilende Haut reizen. Schützen Sie den Spenderbereich vor direkter Sonneneinstrahlung, besonders in den ersten Wochen. Wenn Sie rauchen, fragen Sie Ihre Klinik nach einem Plan zur Rauchentwöhnung rund um den Eingriff, da Rauchen die Wundheilung verlangsamen kann.
Wächst das Haar im Spenderbereich wieder nach?
Ja, das umliegende Haar wächst normal weiter und verdeckt die Entnahmestellen oft schnell. Die entnommenen Follikel wachsen jedoch nicht an exakt derselben Stelle nach – deshalb ist eine sorgfältige Verteilung wichtig. Bei gleichmäßiger Entnahme kann der Spenderbereich auch bei kurzen Haarschnitten natürlich aussehen.
FAQ
Hinterlässt der Spenderbereich Narben?
Bei FUE entstehen typischerweise winzige Punktnarben, die nach der Heilung schwer zu erkennen sind. Bei FUT bleibt eine lineare Narbe dort, wo der Streifen entfernt wurde. Die Sichtbarkeit hängt von der Technik, der Hautheilung und der Haarlänge ab.
Wie lange dauert die Heilung des Spenderbereichs?
Die meisten sichtbaren Rötungen und Krusten verbessern sich innerhalb von etwa 1–2 Wochen, obwohl sich die Haut noch einige Monate weiter beruhigen kann. Die Heilungszeit hängt vom Hauttyp, der Nachsorge und der verwendeten Methode (FUE oder FUT) ab.
Ist Schmerz im Spenderbereich normal?
Leichte Schmerzen oder Spannungsgefühle sind in den ersten Tagen normal. Ihr Arzt kann Schmerzmittel empfehlen – das Unbehagen nimmt meist stetig ab. Wenn die Schmerzen zunehmen statt abklingen, kontaktieren Sie Ihre Klinik.
Wie kann ich den Spenderbereich anfangs verbergen?
Lassen Sie das umliegende Haar wachsen, vermeiden Sie in den ersten Wochen sehr kurze Schnitte, und folgen Sie dem Waschplan, damit sich die Krusten rechtzeitig lösen. Eine saubere, lockere Mütze kann helfen, sobald Ihre Klinik dies erlaubt. Camouflage-Produkte oder Concealer können später verwendet werden – aber nur, wenn die Haut vollständig verheilt und keine Krusten mehr vorhanden sind.
