
Dinge, die nach einer Haartransplantation zu tun sind
Direkt nach einer Haartransplantation besteht Ihre Hauptaufgabe darin, die Grafts zu schützen, die Kopfhaut sauber zu halten und alles zu vermeiden, was Schwellungen, Schwitzen oder Reibung verstärken könnte. Sanftes Waschen beginnt meist in den ersten Tagen, Krusten lösen sich typischerweise innerhalb von zwei Wochen, und vorübergehender Haarausfall kann etwa in Woche 2 einsetzen. Befolgen Sie stets die genauen Anweisungen Ihrer Klinik.
Die ersten 48 Stunden nach der OP
Die ersten 1–2 Tage sind die Phase, in der die Grafts besonders empfindlich auf Reiben, Stöße und versehentlichen Druck reagieren. Bewegen Sie sich vorsichtig, vermeiden Sie langes Vorbeugen und schützen Sie Ihren Kopf vor Erschütterungen.
Viele Kliniken führen den ersten Verbandswechsel und die erste Haarwäsche unter professioneller Aufsicht durch – meist am Folgetag. Nehmen Sie verschriebene Medikamente genau nach Plan ein und verändern Sie die Dosierung nicht eigenständig.
Wenn möglich, bleiben Sie die ersten ein bis zwei Tage in Kliniknähe, falls Schwellungen, Blutungen oder Beschwerden eine schnelle Kontrolle erfordern.
Waschen und Krustenpflege
Wann mit dem Waschen beginnen?
Die genaue Empfehlung variiert leicht zwischen Kliniken, aber mit dem sanften Waschen wird oft innerhalb der ersten Tage begonnen. Üblich ist eine Klinik-Wäsche am nächsten Tag, dann beginnt die Eigenpflege zu Hause meist ab Tag 3 (manchmal ab Tag 4) – ausschließlich mit den vom Arzt empfohlenen Produkten.
Wie sicher waschen?
Verwenden Sie lauwarmes Wasser mit niedrigem Druck. Falls vom Arzt empfohlen, tragen Sie zuerst eine Lotion oder einen Schaum auf, um Krusten aufzuweichen. Spülen Sie anschließend ab und reinigen Sie die Kopfhaut nur mit den Fingerspitzen – keine Nägel, kein Rubbeln.
Tupfen Sie vorsichtig mit einem sauberen, weichen Handtuch trocken oder lassen Sie die Kopfhaut an der Luft trocknen. Vermeiden Sie in der frühen Phase heiße Föhneinstellungen.
Wann fallen die Krusten ab?
Krusten bilden sich meist in den ersten Tagen, erreichen ihren Höhepunkt um Tag 3–4 und lösen sich bei sanfter Pflege in etwa 7–14 Tagen. Wenn Sie sie vorzeitig abziehen, kann dies die Haut reizen und die Grafts beschädigen.

Vorübergehender Haarausfall
Es ist normal, dass transplantierte Haare nach dem Eingriff ausfallen, während die Follikel unter der Haut verbleiben. Dieser Ausfall beginnt oft um Woche 2 und kann mehrere Wochen andauern, bevor neues Haarwachstum einsetzt.
Krusten und früher Schorfbildung gehören zum Heilungsprozess und sind nicht gleichzusetzen mit „Shock Loss“. Behandeln Sie beide Phasen gleich: Kopfhaut schützen, sanft waschen, Reizung vermeiden.
Schlafposition
Schlafen Sie so, dass Schwellungen minimiert und Grafts nicht gerieben werden. Viele Ärzte empfehlen für die ersten Nächte das Schlafen auf dem Rücken mit erhöhtem Kopf (etwa 45 Grad), manchmal bis zu einer Woche – je nach Schwellung.
Ein Nackenkissen kann helfen, den Kopf stabil zu halten. Vermeiden Sie es, auf dem Bauch oder auf der transplantierten Seite zu schlafen, bis Ihre Klinik es freigibt.
PRP-Behandlung nach der Transplantation
PRP (Plättchenreiches Plasma) wird aus eigenem Blut gewonnen und von vielen Kliniken als ergänzende Maßnahme angeboten. Einige Studien deuten darauf hin, dass PRP die Heilung und frühes Wachstum bei bestimmten Patienten fördern kann – es ersetzt aber nicht die Transplantation selbst.
Falls Sie PRP in Betracht ziehen: Der erste Termin erfolgt oft nach der anfänglichen Heilung (meist einige Wochen postoperativ), mit Folgesitzungen gemäß Plan und Reaktion der Kopfhaut.
PRP ist nicht für jeden geeignet (z. B. bei Blutkrankheiten oder Infektionen). Eine vorherige ärztliche Einschätzung ist notwendig.
Ernährung und Nahrungsergänzung
Denken Sie an „Regenerationsnahrung“, nicht an Diäten. Ausgewogene Zufuhr von Eiweiß, Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt die Wundheilung und kann die Erholung der Kopfhaut fördern.
Nahrungsergänzung nur nach ärztlicher Empfehlung. Wichtige Nährstoffe für das Haar sind Eisen, Zink, Selen und Biotin – aber mehr ist nicht immer besser, besonders ohne Mangel.

Alkohol, Rauchen, Koffein und Blutverdünner
Alkohol und Rauchen beeinträchtigen Heilung und Durchblutung. Die meisten Kliniken empfehlen, beides mindestens in den ersten Wochen zu meiden.
Koffein-Regeln variieren, aber viele raten zur Einschränkung in den ersten Tagen – besonders bei Schwellungen oder Dehydrierung. Blutverdünner nie ohne ärztliche Zustimmung absetzen.
Sonne, Hitze und Schwitzen
Starke Sonneneinstrahlung in der frühen Heilungsphase vermeiden. Falls Sie raus müssen: Schatten suchen und nur vom Arzt genehmigte Kopfbedeckungen tragen, die nicht reiben.
Sauna, Dampfbad und heiße Duschen zu Beginn meiden, da Hitze und Schweiß die Kopfhaut reizen können. Sport nur mit Freigabe der Klinik wieder aufnehmen.
Reisen und Fliegen nach der Transplantation
Fliegen schadet den Grafts nicht direkt durch „Druck“, aber Reisen erhöht das Risiko für Stöße, Erschöpfung und Flüssigkeitsmangel. Achten Sie unterwegs besonders auf Kopfschutz (z. B. in engen Gängen oder unter Gepäckfächern) und halten Sie sich strikt an Medikamenten- und Pflegepläne.
Für die ersten ein bis zwei Tage ist es sicherer, in Kliniknähe zu bleiben – besonders bei hoher Graftanzahl oder Neigung zu Schwellungen.
Kämmen, Haarschnitte und Haarprodukte
Kämmen Sie nicht direkt über den Empfängerbereich, solange die Haut nicht verheilt und Krusten verschwunden sind. Wenn Sie beginnen, nutzen Sie eine weiche Bürste oder einen Kamm mit sanften Bewegungen.
Vermeiden Sie Stylingprodukte mit Alkohol, starkem Duft oder aggressiven Inhaltsstoffen während der frühen Heilungszeit. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Klinik.
Rückkehr zur Arbeit, Sport, Sex und Schwimmen
Viele kehren je nach Schwellung und Wohlbefinden nach etwa einer Woche an den Schreibtisch zurück. Anstrengender Sport und Gewichtheben erst mit ärztlicher Freigabe – Schwitzen und Blutdruckanstiege können die Heilung stören.
Auch Sex kann zu Schwitzen und erhöhtem Blutdruck führen – viele Kliniken empfehlen eine Pause in den ersten zwei Wochen. Schwimmen (Meer oder Pool) erst wieder, wenn die Kopfhaut vollständig verheilt ist und der Arzt zustimmt – wegen Infektions- und Reizungsrisiko.

Medikamente nach der Haartransplantation
Der Medikamentenplan variiert je nach Gesundheitslage und angewandter Technik. Falls Sie Antibiotika, Entzündungshemmer, Schmerzmittel oder Sprays/Schäume erhalten haben, folgen Sie strikt dem Zeitplan Ihres Arztes – nicht dem eines anderen Patienten.
Rufen Sie Ihre Klinik an, wenn Sie zunehmende Rötung, Ausbreitung von Wärme, eitrigen Ausfluss, Fieber oder stärkere Schmerzen bemerken.
FAQ
Beeinträchtigt Schwitzen das Anwachsen der Grafts?
Übermäßiges Schwitzen kann die Kopfhaut reizen und in den ersten Tagen zu Reibung und Entzündungen führen. Halten Sie körperliche Aktivität zu Beginn gering und meiden Sie Hitze.
Darf ich mein normales Shampoo verwenden?
Nur das Shampoo oder die Lotion nutzen, die Ihre Klinik empfiehlt. Viele herkömmliche Produkte sind nach der OP zu aggressiv.
Wann beginnen die transplantierten Haare zu wachsen?
Früher Haarausfall ist um Woche 2 normal. Sichtbares Nachwachsen braucht Zeit – Ihre Klinik kann basierend auf Ihrem Fall eine genaue Einschätzung geben.
Sollte ich Krusten abziehen, um den Prozess zu beschleunigen?
Nein. Lassen Sie Krusten aufweichen und sich mit sanfter Pflege von selbst lösen – so vermeiden Sie Hautreizungen oder Graftschäden.