
Haarausfall am Oberkopf: Ursachen, Behandlungen und Vorbeugung
Haarausfall am Oberkopf (Vertex) beginnt meist mit einer allmählichen Ausdünnung im oberen hinteren Bereich der Kopfhaut und steht häufig in Zusammenhang mit erblich bedingtem Haarausfall. Frühe Behandlung kann entscheidend sein: topisches Minoxidil, verschreibungspflichtige DHT-blockierende Medikamente (wenn geeignet), PRP, Lasertherapie und Änderungen des Lebensstils können helfen. Bei fortgeschrittenem Verlust ist eine Haartransplantation eine Option.
Haarausfall am Oberkopf ist eines der häufigsten Muster der Ausdünnung, insbesondere bei androgenetischer Alopezie (erblich bedingter Haarausfall bei Männern oder Frauen). Da der Oberkopf schwer einsehbar ist, fällt der Verlust vielen Menschen erst durch Fotos oder helles Licht auf, das eine sich vergrößernde Stelle sichtbar macht.
Die gute Nachricht ist, dass sich die Ausdünnung am Oberkopf oft gut behandeln lässt, wenn frühzeitig gehandelt wird. Der richtige Plan hängt von der Ursache, der Dauer des Haarausfalls und der Aktivität der Haarfollikel ab.

Was verursacht Haarausfall am Oberkopf?
Die Ausdünnung am Oberkopf wird meist durch genetische Veranlagung und eine Empfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron (DHT) verursacht, welches die Haarfollikel im Laufe der Zeit verkleinern kann. Allerdings ist nicht jede kahle Stelle erblich bedingt – plötzliche Veränderungen sollten genauer untersucht werden.
Häufige Ursachen sind:
- Genetik: Eine familiäre Vorgeschichte von erblich bedingtem Haarausfall erhöht das Risiko.
- Hormonelle Empfindlichkeit (DHT): Follikel am Oberkopf können miniaturisiert werden und feinere Haare produzieren.
- Altersbedingte Veränderungen: Haarwachstumszyklen verlangsamen sich und die Dichte nimmt mit der Zeit ab.
- Kopfhautentzündungen: Anhaltende Schuppenbildung, Dermatitis oder Reizungen können den Haarausfall verschlimmern.
- Gesundheits- und Lebensstilfaktoren: Stress, Rauchen, schlechter Schlaf und Nährstoffmängel können beitragen.
Wenn plötzlich starker Haarausfall, fleckiger Verlust, Schmerzen an der Kopfhaut, starke Schuppenbildung oder Haarausfall nach einer Krankheit oder einem neuen Medikament auftreten, ist es ratsam, einen Dermatologen aufzusuchen, um behandelbare medizinische Ursachen auszuschließen.

Anzeichen für Haarausfall am Oberkopf
Frühe Anzeichen sind oft subtil. Achten Sie auf folgende Veränderungen:
- Sichtbare Ausdünnung am Oberkopf unter Deckenlicht.
- Ein sich verbreiternder Scheitel oder ein kleiner, runder kahler Fleck.
- Mehr Haare auf dem Kissen, in der Dusche oder beim Bürsten.
Behandlungsoptionen bei Haarausfall am Oberkopf
Behandlungen wirken am besten, wenn sie zur Ursache und zum Stadium des Haarausfalls passen. Eine Fachperson kann Optionen basierend auf Ihrer Krankengeschichte, dem Zustand der Kopfhaut und Ihren Erwartungen empfehlen.
Medikamente
Medikamente sind häufig die erste Wahl bei erblich bedingtem Haarausfall. Die Ergebnisse sind schrittweise und erfordern in der Regel eine kontinuierliche Anwendung.
- Minoxidil: Eine topische Behandlung, die bei vielen Menschen das Haarwachstum fördern und den Haarausfall reduzieren kann.
- Finasterid: Eine verschreibungspflichtige Option für viele Männer, die DHT reduziert; Vorteile und Nebenwirkungen sollten mit einem Arzt besprochen werden.
Für Frauen können je nach Ursache der Ausdünnung, Schwangerschaftsplanung und medizinischer Vorgeschichte andere verschreibungspflichtige Optionen angeboten werden.

Haartransplantation
Techniken wie FUE (Follicular Unit Extraction) und DHI (Direct Hair Implantation) können durch die Verlagerung gesunder Follikel aus dem Spenderbereich die Dichte am Oberkopf wiederherstellen. Natürliche Ergebnisse hängen von der Spenderqualität, der Größe der Ausdünnungszone und einem Plan ab, der zukünftigen Haarausfall berücksichtigt.

PRP-Therapie
Die plättchenreiche Plasmatherapie (PRP) beinhaltet das Injizieren konzentrierter Blutplättchen in gezielte Bereiche der Kopfhaut, um die Aktivität der Follikel zu fördern. Sie wird häufig unterstützend zu Medikamenten oder nach einer Transplantation eingesetzt.

Low-Level-Lasertherapie
Die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) kann bei manchen Menschen die Haardichte durch Stimulierung der Follikel verbessern. Sie funktioniert in der Regel am besten als Teil einer umfassenden Routine und nicht als alleinige Lösung.

Wie man Haarausfall am Oberkopf vorbeugt
Genetik lässt sich nicht ändern, aber vermeidbare Auslöser können reduziert und die Haarqualität geschützt werden. Diese Gewohnheiten unterstützen die Gesundheit der Kopfhaut und können das Fortschreiten der Ausdünnung verlangsamen:
- Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Protein, Eisen, Zink und Vitamin D.
- Stressbewältigung durch regelmäßige Bewegung, besseren Schlaf und realistische Routinen.
- Sanfte Haarpflegeprodukte verwenden und auf übermäßige Hitze oder aggressive chemische Behandlungen verzichten.
- Vermeiden Sie enge Frisuren, die an der Kopfhaut ziehen (Traktionsalopezie).
- Behandeln Sie Kopfhauterkrankungen wie Schuppen frühzeitig, um Entzündungen zu reduzieren.
FAQ
Kann früher Haarausfall am Oberkopf rückgängig gemacht werden?
Wenn die Follikel noch aktiv sind, kann die Ausdünnung oft durch konsequente Behandlung verbessert oder stabilisiert werden. Eine frühe Diagnose ist wichtig, da langanhaltend miniaturisierte Follikel weniger vorhersehbar reagieren.
Wie lange dauert es, bis Behandlungen wirken?
Die meisten medizinischen Behandlungen benötigen mindestens 3 bis 6 Monate, um sichtbare Veränderungen zu zeigen. Volles Ergebnis kann länger dauern. Haartransplantationen benötigen oft bis zu 12 Monate, um vollständig zu wachsen.
Führt eine Ausdünnung am Oberkopf immer zur völligen Kahlheit?
Nicht immer. Manche Menschen erleben über Jahre hinweg eine isolierte Ausdünnung am Oberkopf, während andere einen fortschreitenden Haarausfall erleiden. Ein früher Behandlungsbeginn kann helfen, die Haardichte zu erhalten und das Fortschreiten zu verlangsamen.