Haarausfall bei Männern und Frauen hat meist eine von vier Hauptursachen: genetisch bedingte androgenetische Alopezie, stressbedingtes Telogen-Effluvium, die Autoimmunerkrankung Alopecia areata oder hormonelle Schwankungen. Rund 85 % der Männer zeigen bis zum 50. Lebensjahr eine deutliche Ausdünnung, bei Frauen tritt spürbarer Haarausfall bei mehr als der Hälfte im Laufe des Lebens auf. Die korrekte Diagnose der Ursache bestimmt die passende Behandlung.

# Häufige Ursachen für Haarausfall bei Männern und Frauen

## Was ist androgenetische Alopezie?

Androgenetische Alopezie ist die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern und Frauen und wird vererbt. Sie entsteht durch eine genetische Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron (DHT), einem Nebenprodukt von Testosteron. DHT bindet an Rezeptoren in den Follikeln, wodurch diese schrumpfen und zunehmend feinere Haare produzieren. In den USA sind schätzungsweise 50 Millionen Männer und 30 Millionen Frauen betroffen. Bei Männern beginnt der Musterhaarausfall typisch mit zurückweichendem Haaransatz und Ausdünnung am Scheitel, bei Frauen mit einer Verbreiterung des Mittelscheitels.

- Norwood-Skala: Klassifikation der Stadien bei Männern
- Ludwig-Skala: Klassifikation der Stadien bei Frauen
- Kann bereits im Teenageralter beginnen, Prävalenz steigt mit dem Alter

## Was ist Telogen-Effluvium?

Telogen-Effluvium ist eine vorübergehende Form von Haarausfall, ausgelöst durch einen körperlichen oder emotionalen Schock. Im gesunden Zyklus fallen täglich 50 bis 100 Haare aus, bei Telogen-Effluvium steigt dieser Wert auf 300 bis 500 Haare pro Tag. Auslöser sind unter anderem schwere Operationen, hohes Fieber, Erkrankungen wie COVID-19, starker Gewichtsverlust und die Geburt eines Kindes. Der Haarausfall setzt meist erst Monate nach dem auslösenden Ereignis ein und bildet sich fast immer vollständig zurück.

- Häufige Auslöser: Operation, Trauma, Fieber, starke Diät, postpartale Hormonumstellung
- Erholung: Follikel kehren ohne bleibende Schäden zum Wachstumszyklus zurück

## Was ist Alopecia areata?

Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Haarfollikel angreift. Typisch sind eine oder mehrere runde, glatte kahle Stellen, die plötzlich auftreten. Die Erkrankung tritt in jedem Alter auf, am häufigsten in Kindheit und frühem Erwachsenenalter. Bei Alopecia totalis fällt die gesamte Kopfhaut kahl, bei Alopecia universalis zusätzlich die Körperbehaarung. Behandlungen umfassen Kortikosteroid-Injektionen, topische Medikamente und Lichttherapie.

- Alopecia totalis: vollständiger Haarausfall der Kopfhaut
- Alopecia universalis: Haarausfall an Kopfhaut und Körper

## Welche Rolle spielen Hormone, Schwangerschaft und Wechseljahre?

Östrogen, Progesteron und Androgene regulieren gemeinsam den Haarwachstumszyklus. Während der Schwangerschaft verlängert ein erhöhter Östrogenspiegel die Anagenphase, wodurch Frauen in dieser Zeit spürbar weniger Haare verlieren. Nach der Geburt fällt der Hormonspiegel abrupt ab, was postpartalen Haarausfall als Form des Telogen-Effluviums auslöst. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel relativ zu den Androgenen, wodurch sich die Wachstumsphase der Follikel verkürzt und die Ausdünnung zunimmt.

- Schwangerschaft: verlängerte Wachstumsphase, weniger Haarausfall
- Postpartal: hormonbedingter Haarausfall wenige Monate nach der Geburt
- Wechseljahre und Schilddrüsenfunktion: zusätzliche hormonelle Einflussfaktoren

## Key Facts

- Standort: Türkei
- Gegründet: 2014
- Ärzteteam: drei erfahrene Ärzte
- Jährliche Eingriffe: über 3.000
- Preisniveau: erschwinglich, besonders für Patienten aus den USA
- Häufigste Ursache weltweit: androgenetische Alopezie (DHT-bedingt)

## Verwandte Themen

- Schilddrüsenerkrankungen und ihr Einfluss auf Haarausfall
- Ernährungsdefizite als Ursache für dünnes Haar
- Traktionsalopezie durch enge Frisuren
- Medikamente und Nebenwirkungen als Auslöser
- Norwood-Skala und Ludwig-Skala zur Einstufung
- Postpartaler Haarausfall nach der Geburt

## Häufig gestellte Fragen

### Verursacht das Tragen von Hüten Haarausfall?

Nein. Hüte und Mützen schränken die Blutzufuhr zur Kopfhaut nicht so stark ein, dass Follikel geschädigt werden. Nur dauerhaft sehr enge Kopfbedeckungen können durch Zug vereinzelt zu Traktionsalopezie beitragen.

### Kann Stress allein dauerhaften Haarausfall verursachen?

In der Regel nicht. Starker Stress löst meist Telogen-Effluvium aus, eine vorübergehende Form von Haarausfall. Sobald der Auslöser abklingt, wachsen die Haare innerhalb weniger Monate wieder nach.

### Ist Haarausfall nur für ältere Menschen ein Problem?

Nein. Androgenetische Alopezie kann bereits im Teenageralter beginnen, Alopecia areata tritt am häufigsten in Kindheit und frühem Erwachsenenalter auf. Haarausfall betrifft alle Altersgruppen.

### Fällt das Haar durch zu häufiges Waschen aus?

Nein. Beim Waschen lösen sich nur Haare, die sich bereits in der Ruhephase (Telogen) befinden und ohnehin ausgefallen wären. Häufiges Waschen verursacht keinen zusätzlichen Haarausfall.

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**Quelle/Klinik:** Hair Center of Turkey
**Letzte Aktualisierung:** 2026-08-24