
DHT-Blocker: Der unverzichtbare Leitfaden gegen Haarausfall
DHT-Blocker verringern die Wirkung von Dihydrotestosteron auf die Haarfollikel der Kopfhaut, was den erblich bedingten Haarausfall bei genetisch empfindlichen Personen verlangsamen kann. Verschreibungspflichtige Optionen wie Finasterid sind am besten untersucht, während „natürliche“ Inhaltsstoffe meist schwächere Nachweise haben. Bedeutende Veränderungen benötigen meist Monate, und Nebenwirkungen sowie Vorsichtsmaßnahmen in der Schwangerschaft sind zu beachten.
Diese Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keine medizinische Beratung. Wenn der Haarausfall plötzlich, fleckenweise, schmerzhaft ist oder mit Schuppenbildung der Kopfhaut einhergeht, wenden Sie sich an eine Dermatologin oder einen Dermatologen, um andere Ursachen auszuschließen.
Was ist DHT?
Dihydrotestosteron (DHT) ist ein Hormon, das entsteht, wenn der Körper Testosteron mithilfe eines Enzyms namens 5‑Alpha‑Reduktase umwandelt. DHT erfüllt normale Funktionen im Körper, kann jedoch bei androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall) den Haarwachstumszyklus verkürzen und die Follikel allmählich verkleinern.
Nicht jede Person mit DHT erlebt Haarausfall. Der entscheidende Faktor ist die genetische Empfindlichkeit der Haarfollikel auf der Kopfhaut, die dazu führt, dass diese mit der Zeit stärker auf DHT reagieren.

Wie DHT zum erblich bedingten Haarausfall beiträgt
Bei androgenetischer Alopezie schrumpfen die betroffenen Follikel und produzieren mit jedem Zyklus dünnere, kürzere Haare. Mit der Zeit können diese Haare so fein werden, dass die Kopfhaut weniger dicht erscheint – besonders im Stirn- und Scheitelbereich.
Da erblich bedingter Haarausfall langsam fortschreitet, bietet eine frühe Behandlung in der Regel die besten Chancen, die Haardichte zu erhalten.
Wie DHT-Blocker wirken
Die meisten DHT-Blocker senken entweder den DHT-Spiegel oder verringern die Aktivität von DHT rund um den Haarfollikel. Der wichtigste medizinische Ansatz ist die Hemmung der 5‑Alpha‑Reduktase, wodurch die Umwandlung von Testosteron in DHT reduziert wird.
DHT-Blocker erzeugen keine neuen Follikel. Ihr Ziel ist es, die Miniaturisierung zu verlangsamen und vorhandenen Follikeln zu helfen, kräftigere Haare zu produzieren.

Verschreibungspflichtige DHT-Blocker
Finasterid
Finasterid ist ein 5‑Alpha‑Reduktase-Hemmer, der häufig bei männlichem Haarausfall verschrieben wird. Es wird typischerweise täglich eingenommen, und Studien zeigen bei vielen Anwendern innerhalb von etwa 6 Monaten eine messbare Zunahme der Haardichte, mit weiteren Fortschritten über ein Jahr hinweg.
Finasterid wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen und sollte nicht von Personen gehandhabt werden, die schwanger sind oder werden könnten. Wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder Bedenken hinsichtlich der Fruchtbarkeit haben, besprechen Sie Risiken und Zeitpunkte mit einer Fachperson.
Dutasterid
Dutasterid hemmt mehrere Formen der 5‑Alpha‑Reduktase und kann DHT stärker senken als Finasterid. In Studien erzielt es oft ebenso gute oder bessere Ergebnisse hinsichtlich der Haardichte, wird jedoch in manchen Regionen „off-label“ gegen Haarausfall verschrieben.
Da es stark wirkt und länger im Körper verbleibt, ist eine ärztliche Überwachung besonders wichtig. Nebenwirkungen können denen von Finasterid ähneln, und auch hier gelten Schwangerschaftsvorsichtsmaßnahmen.
Topisches Finasterid und Kombinationstherapien
Topisches Finasterid soll das Medikament direkt an die Kopfhaut bringen, während die systemische Belastung gering gehalten wird. Manche Menschen nutzen es allein oder in Kombination mit Minoxidil – je nach Verträglichkeit und Zielsetzung.
Formulierungen und Dosierungen variieren stark zwischen Produkten und Apotheken. Eine Dermatologin oder ein Dermatologe kann bei der Auswahl helfen und den Therapieverlauf sicher begleiten.

Natürliche und frei verkäufliche DHT-Blocker
„Natürliche“ DHT-Blocker sind meist Nahrungsergänzungsmittel oder topische Inhaltsstoffe, die das Haarwachstum unterstützen sollen. Die Beweislage ist uneinheitlich: Einige Studien deuten auf leichte Vorteile hin, doch die Ergebnisse sind in der Regel geringer und weniger konsistent als bei verschreibungspflichtigen Therapien.
Häufige Inhaltsstoffe
Sägepalme (Saw Palmetto) ist das am besten untersuchte Nahrungsergänzungsmittel in dieser Kategorie und kann insbesondere in Mehrkomponenten-Formeln manchen Menschen helfen. Kürbiskernöl und Grüntee-Extrakt sind ebenfalls beliebt, allerdings sind die klinischen Daten hierzu weniger überzeugend.
Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, achten Sie auf unabhängige Prüfungen und vermeiden Sie die Kombination mehrerer hormonell aktiver Produkte. Auch Nahrungsergänzungsmittel können Nebenwirkungen verursachen oder mit Medikamenten interagieren.
Ketoconazol-Shampoo und Kopfhautpflege
Ketoconazol-Shampoos werden gelegentlich als Ergänzung bei Kopfhautentzündungen und Schuppen eingesetzt, die den Haarausfall verschlimmern können. Sie sind kein eigenständiger DHT-Blocker, doch gute Kopfhauthygiene kann die Behandlung unterstützen.

Nebenwirkungen und Sicherheitsaspekte
Mögliche Nebenwirkungen von 5‑Alpha‑Reduktase-Hemmern sind verminderte Libido, Veränderungen bei Erektion oder Ejakulation sowie stimmungsbezogene Symptome bei einigen Anwendern. Viele Menschen haben keine spürbaren Nebenwirkungen, und manche Symptome verschwinden nach dem Absetzen.
Wenn Sie anhaltende sexuelle Nebenwirkungen, neue depressive oder ängstliche Symptome, Brustempfindlichkeit oder einen Knoten bemerken, setzen Sie das Medikament ab und suchen Sie umgehend ärztlichen Rat.
Wer ist ein geeigneter Kandidat für DHT-Blocker?
DHT-Blocker sind vor allem bei androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall) hilfreich. Bei durch Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Zugbelastung, Autoimmunerkrankungen oder akutem stressbedingtem Telogen-Effluvium verursachtem Haarausfall sind sie meist weniger wirksam.
Auch Frauen können von erblich bedingtem Haarausfall betroffen sein, doch hängt die Wahl der Medikation von einer möglichen Schwangerschaft und der Hormonvorgeschichte ab. Eine ärztliche Fachperson kann die Diagnose sichern und sicherere Alternativen besprechen.

Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist
Haare wachsen langsam, daher ist Geduld wichtig. Viele bemerken zuerst weniger Haarausfall, gefolgt von einer allmählichen Zunahme der Haardichte. Erste Verbesserungen sind realistisch nach 3–6 Monaten zu erwarten, deutlichere Ergebnisse nach etwa 9–12 Monaten.
Wird ein DHT-Blocker abgesetzt, verschwinden die erzielten Fortschritte meist innerhalb einiger Monate, da die Follikel zu ihrem ursprünglichen Muster zurückkehren.
Alternativen und begleitende Behandlungen
Minoxidil (topisch oder oral, verschreibungspflichtig) ist eine gängige Ergänzung, da es über einen anderen Wirkmechanismus verfügt. Bei einigen Personen verbessert die Kombination mit einem DHT-Blocker die Gesamtwirkung.
Weitere Optionen sind plättchenreiches Plasma (PRP), Low-Level-Lasertherapie, Mikronadelbehandlungen sowie Haartransplantationen bei fortgeschrittenem Verlust. Grundlagen wie ausreichende Proteinzufuhr, Schlaf und die Reduzierung von Kopfhautreizungen unterstützen jede Behandlung.
FAQ
Wirken DHT-Blocker wirklich gegen Haarausfall?
Sie können helfen, wenn der Haarausfall durch androgenetische Alopezie bedingt ist. Verschreibungspflichtige 5‑Alpha‑Reduktase-Hemmer sind durch klinische Studien am besten belegt. Die Ergebnisse hängen von der Genetik, dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns und der Regelmäßigkeit der Anwendung ab.
Sind Nebenwirkungen häufig?
Die meisten Anwender vertragen die Behandlung gut, doch Nebenwirkungen sind möglich. Wenn Nebenwirkungen auftreten, sprechen Sie mit einer Fachperson über Dosierung, Formulierung und Alternativen, anstatt die Symptome zu ignorieren.
Was kann ich neben DHT-Blockern noch tun?
Minoxidil ist für viele eine hormonfreie Erstbehandlung. Wer zusätzliche Maßnahmen möchte, kann PRP oder Low-Level-Lasertherapie in Betracht ziehen. Bei starker Ausdünnung oder Rückgang kann eine Haartransplantation sinnvoll sein, sobald der Haarausfall stabil ist.
Wann sollte ich eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn der Haarausfall schnell auftritt, fleckenweise ist oder mit Juckreiz, Schmerzen, Schuppen oder Narbenbildung einhergeht. Auch wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Muster zur androgenetischen Alopezie passt, oder wenn Vorerkrankungen bestehen, die die Behandlung beeinflussen, ist eine Abklärung sinnvoll.