Vor der Haartransplantation

Medikamente und Behandlungen vor einer Haartransplantation

Vor einer Haartransplantation sollten bestimmte Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel pausiert werden, um das Blutungsrisiko zu senken und die Heilung zu unterstützen. Blutverdünner, bestimmte Vitamine/Kräuter und topisches Minoxidil sind gängige Beispiele. Finasterid wird in der Regel weiter eingenommen. Setzen Sie verschriebene Medikamente niemals eigenständig ab – Ihr Chirurg sollte Änderungen mit Ihrem behandelnden Arzt abstimmen.

Warum eine Medikamentenplanung vor der OP wichtig ist

Eine Haartransplantation ist ein medizinischer Eingriff, bei dem Blutstillung, Überleben der Transplantate und Heilung entscheidend sind. Was Sie in den Tagen vor der OP einnehmen, kann diese Ergebnisse beeinflussen. Ein klarer Medikamentenplan hilft Ihrem medizinischen Team zudem, die Behandlung individuell anzupassen und vermeidbare Risiken zu reduzieren.


Medikamente und topische Mittel: Was weiternehmen, pausieren oder prüfen

Finasterid (Propecia)

Was es ist: Ein orales Medikament zur Reduzierung von DHT, häufig eingesetzt bei erblich bedingtem Haarausfall.
Muss es vor der OP abgesetzt werden? In den meisten Fällen nein. Viele Kliniken empfehlen die Weiteranwendung vor und nach dem Eingriff zur Unterstützung des bestehenden Haars und zur Reduzierung von Haarausfall.
Wichtiger Hinweis: Bei Nebenwirkungen kann Ihr Arzt eine andere Vorgehensweise unter ärztlicher Aufsicht empfehlen.

Minoxidil (Regaine)

Was es ist: Eine topische Behandlung zur Förderung des Haarwuchses durch Verbesserung der Kopfhautdurchblutung.
Muss es vor der OP abgesetzt werden? Häufig ja – meist 5–7 Tage vorher – da es bei manchen Patienten die Blutungsneigung erhöhen kann.
Wann wieder anwenden? Viele Kliniken erlauben die Wiederaufnahme ca. 2–3 Wochen nach der OP, sobald Ihr Arzt grünes Licht gibt.

Blutverdünner (Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer)

Beispiele: Aspirin, Clopidogrel (Plavix), Warfarin, Heparin, Rivaroxaban.
Warum relevant: Diese Medikamente erhöhen das Blutungsrisiko bei der Entnahme und dem Einsetzen von Grafts.
Wann pausieren? Oft 7–10 Tage vorher, aber nur nach Rücksprache mit dem verschreibenden Arzt, da sie für Herz‑ und Gefäßerkrankungen essenziell sein können.

Vitamine und pflanzliche Präparate

Beispiele: Ginkgo biloba, Knoblauchkapseln, Vitamin E, Omega-3.
Warum relevant: Viele wirken leicht blutverdünnend und können Blutergüsse oder Blutungen verstärken.
Allgemeine Empfehlung: Absetzen meist mindestens 7 Tage vorher, sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt.

Antibiotika und Entzündungshemmer (NSAIDs)

Antibiotika: Manche Kliniken verschreiben sie rund um die OP zur Infektionsprophylaxe, je nach Patient und Protokoll.
NSAIDs: Einige entzündungshemmende Schmerzmittel können die Blutung verstärken. Sie sollten daher nur eingenommen werden, wenn Ihr Arzt sie freigibt. Falls Sie vor der OP Schmerzmittel benötigen, fragen Sie Ihre Klinik nach deren Empfehlung.


Alkohol und Koffein: Was vermeiden und wann

Alkohol

Alkohol kann das Blut verdünnen und die Heilung verlangsamen. Viele Kliniken raten dazu, ihn 48–72 Stunden vor der OP zu meiden.

Koffein

Koffein kann den Blutdruck und die Stressreaktion beeinflussen. Häufige Empfehlung: Am OP-Tag darauf verzichten, besonders wenn Sie zu Nervosität neigen.


Gesundheitszustand vor der Haartransplantation prüfen

Ihr allgemeiner Gesundheitszustand beeinflusst sowohl die Sicherheit als auch das Ergebnis. Erkrankungen wie Herzleiden, Diabetes, Bluthochdruck, Autoimmunerkrankungen und Blutgerinnungsstörungen können das Risiko während und nach der OP erhöhen. Geben Sie Ihre vollständige Krankengeschichte und alle eingenommenen Medikamente an – einschließlich Blutdruckmedikamente, Insulin und Blutverdünner. In manchen Fällen fordert die Klinik eine Freigabe durch einen Facharzt.


Keine Haarschnitte oder Bartpflege vor dem Eingriff

Verzichten Sie in den Wochen vor der OP auf Haarschnitte oder Rasuren. Natürlich gewachsenes Haar hilft dem Arzt, das Spenderareal genau zu beurteilen und die Entnahme sowie Platzierung zu planen. Längeres Haar kann auch die Kopfhaut vor und nach dem Eingriff schützen.


Rauchen, Alkohol, Drogen und Koffein reduzieren

Vermeiden Sie Alkohol, Rauchen und Koffein möglichst mindestens eine Woche vor der OP. Diese Substanzen können die Durchblutung beeinträchtigen und die Heilung verzögern. Rauchen reduziert zudem die Sauerstoffversorgung der Kopfhaut, was das Überleben der Transplantate gefährden kann. Wenn ein plötzlicher Verzicht schwierig ist, besprechen Sie mit Ihrer Klinik einen realistischen Plan für eine sichere Betreuung.


Was Sie am Tag der Haartransplantation erwartet

Kommen Sie frühzeitig in bequemer, weiter Kleidung – idealerweise mit Knöpfen oder Reißverschluss, um das Ausziehen ohne Kontakt mit dem Kopf zu erleichtern. Ihr Arzt macht Fotos, markiert Spender- und Empfängerbereiche und betäubt lokal. Die Transplantate werden unter Berücksichtigung von Winkel und Dichte entnommen und eingesetzt. Die Sitzung dauert in der Regel 6–8 Stunden mit Pausen. Nachsorgeanweisungen erhalten Sie direkt danach, und Sie gehen meist noch am selben Tag nach Hause.


Wichtiger Sicherheitshinweis

Setzen Sie verschreibungspflichtige Medikamente niemals ohne ärztlichen Rat ab. Ihr Transplantationsteam sollte Änderungen stets mit Ihrem verschreibenden Arzt abstimmen – insbesondere bei Herz‑, Blutgerinnungs‑ oder Blutdruckmedikamenten.